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Arvato Infoscore , bzw. Infoscore Consumer Data GmbH

Arvato -  Auskunftei - Arvato Infoscore - Infoscore Consumer Data GmbH - Auskunfteien



Wer ist Arvato Infoscore Consumer Data GmbH?

Die Auskunftei Schufa kennt hierzulande jeder, die älteste Auskunftei Creditreform auch fast jeder. Aber wer oder was ist die Arvato Infoscore, bzw. die Infoscore Consumer Data GmbH und welche Rolle spielt sie? Auch wenn ein Großteil der Bevölkerung diese Auskunftei nicht kennt, wird der Großteil der Bürger schon irgendwie doch mit der Arvato Infoscore zu tun gehabt haben. Schaut man sich das Arvato Infoscore Consumer Data GmbH Impressum an, stellt man fest, dass es sich um eine Tochter des Bertelsmannkonzerns aus Gütersloh handelt. In der Tat ist es so, dass die Arvato Infoscore, bzw. Infoscore Consumer Data GmbH zwischenzeitlich die drittgrößte Auskunftei in Deutschland ist. Sie spielt also eine gewichtige Rolle. Wie groß ihr Einfluss auf die Kreditvergabe tatsächlich ist, und dass im Wirtschaftsleben des Bürgers nicht "nur" Schufa und/oder Creditreformauskunft ausschlaggebend sein können, entnimmt man z.B. den Angaben der Wikipediaangaben über die Arvato Score Consumer Data GmbH. Einfach die Überschrift dieses Artikels anklicken. Er verlinkt dorthin.

Der Bürger bekommt das Treiben der Auskunfteien kaum mit, es sei denn er / sie ist direkt betroffen, z.B. durch eine abgelehnte Kreditanfrage, oder eine Ablehnung im Onlinehandel, oder eine Ablehnung einer Mietanfrage. Vele Bürger unterliegen einem Irrglauben, nämlich, wenn sie sich wirtschaftlich nichts zuschulden hätten kommen lassen, also wenn sie keinen negativen Eintrag in einer Auskunftei hätten, glauben sie die Welt wäre für sie in ordnung. So zumindest argumentieren alle Existenzgründer, Schuldner und Unternehmer die uns über die Jahre aufgesucht haben und denen wir helfen sollten, konnten, mussten. Leider ist das ein fataler Irrglaube, denn die Auskunfteien sind in den letzten Jahren sehr oft negativ in den Medien aufgefallen. Der Grund: Deren Scoring!  Man hat keine, oder eine schlechte Bonitätsauskunft, wenn trotz fehlender Negativmerkmale das Scoring unterdurchschnittlich schlecht ist.

Wikipedia: Arvato Infoscore Kritik

2012 geriet das Unternehmen Arvato Infoscore wegen zweifelhafter Auskünfte in Kritik. Der NDR berichtete von einem Fall, in dem eine Kölnerin in einem Onlineshop für 100 Euro einen Tontopf kaufen wollte. Der Versandhändler teilte ihr mit, dass man gerade an sie nur per Nachnahme oder Vorauskasse liefere und nicht auf Rechnung, wie an normale Kunden. Ihre Kreditwürdigkeit wurde als zu schlecht eingeschätzt. Der Versandhändler verließ sich auf die Bewertung der Infoscore Consumer Data GmbH (ICD). Diese musste zugeben, dass sie praktisch nichts über die Kundin außer Namen und Adresse wusste. Obwohl keine negativen Angaben vorlagen, bewertete ICD die Kundin aufgrund einer soziodemografischen Einschätzung mit der nahezu schlechtesten Note. Nach einem Prüfbericht des baden-württembergischen Landesdatenschutzbeauftragten wurden außerdem veraltete Daten benutzt.

Im April 2013 geriet Arvato Infoscore neben anderen Auskunfteien abermals in Kritik, nachdem das WDR-Verbrauchermagazin „markt“ anhand von 80 Beispielen, die WDR-Zuschauer der Redaktion zu Verfügung gestellt hatten, häufig unvollständig und nicht nachvollziehbare Bonitätsauskünfte recherchierte. Weiterhin heißt es in dem Bericht: „Wie markt bei seinen Recherchen herausfand, häufen sich seit zwei Jahren die Beschwerden über die Bertelsmann-Tochter Arvato-Infoscore mit Sitz in Baden-Baden. Ihr werden ungenaue oder sogar falsche Bonitätsauskünfte vorgeworfen. Die Datenschutzbeauftragte mehrerer Bundesländer bestätigen die wachsende Kritik. In dem Beitrag schildert markt einen konkreten Fall aus NRW.“

2015 wurde bekannt, dass im Portal für Mieterselbstauskünfte nur über die Angabe von Name, Adresse und Geburtsdatum einer Person Auskünfte erteilt werden. Infoscore gibt hier für ca. 20 Euro Auskunft über Schulden, Pfändungen und Ratenzahlungen - ohne weitere Überprüfung der Identität. Infoscore schreibt dazu lediglich: "In unserem Online-Portal weisen wir explizit darauf hin, dass die Einholung einer Mieterselbstauskunft ausschließlich für die eigene Person zulässig ist. Wer sich daran nicht hält und die vorgesehenen Sicherungen mit krimineller Energie umgeht, macht sich demzufolge strafbar."

Der in der Vergangenheit gepflegte und weiter oben kritisirte laxe Umgang mit gespeicherte Daten wurde seitens dieser Auskunftei zwischenzeitlich behoben. Aber das ist nicht unser Problem. Zumindest nicht mehr. Das Hauptproblem sind die unserer Meinung nach grundsätzlich fehlerhaften Bonitätsauskünfte, die eigentlich keine sind. Um die Bonität einer Person bestimmen zu können benötigt man Einkommens- und Vermögensdaten. Die stehen der Arvato Infoscore nicht zur Verfügung. Die Arvato Infoscore Consumer Data GmbH erstellt einen Scorewert über die betroffene Person und übergibt ihren Vertragspartnern diesen Score anstelle einer anständigen Bonitätsauskunft. Scoring selbst steht in der Dauerkritik der Öffentlichkeit, auch wenn es nicht unzulässig, also zulässig, ist. Der Grund: Es ist meist fehlerhaft, weil keinerlei Fakten über Einkommen, Vermögen und Liquidität zur Verfügung stehen. Ein eines Beispiels, welches heute, Samstag, dem 16.4.2016, beim Kunden einging und uns nun vorliegt, soll diesen unserer Meinung nach Scoringunfug der Arvato Infoscore Consumer data GmbH  genau aufzeigen:

Herr A... ist ein selbstständiger Unternehmer. Er hat ein sehr gut laufendes Restaurant in Magdeburg - es ist, glauben Sie uns - einfach extzellent! Wir gehen gerne dort hin essen. Es gehört zu den best laufenden Restaurants der Landeshauptstadt Magdeburg. Herr A... wandte sich an uns, damit wir diverse strategische Dinge mit ihm erarbeiten und auch umsetzen.  Das erste was wir bei ausnahmslos allen Kunden tun ist den Kunden zu helfen die drei wichtigesten Auskunfteien anzuschreiben und um eine aktuelle Auskunft nach § 34 BDSG ersuchen zu lassen. Arvato Infoscore Consumer Data GmbH antwortete:

 

Personendaten:

Unser Unternehmen hat zu Ihrer Person folgende Daten gespeichert:

Vor-Nachname:                   ..........   A.......

Straße Hausnummer:        ....................   .....

PLZ Ort:                                39... Magdeburg

Geburtsdatum:                   xx.xx.19xx

Informationen zu Ihrem bisherigen Zahlungsverhalten:

Unser Unternehmen hat zum heutigen Zeitpunkt zu Ihrer Person keine Informationen zu Ihrem bisherigen Zahlungsverhalten gespeichert.

 

Anfragende Stellen:

Innerhalb der letzten zwölf Monate hat unser Unternehmen Anfragen folgender Firmen zu Ihrer Person erhalten:

1     Datum        .... Krankenversicherungs AG             Anschrift des anfragenden Unternehmens

 

Information zu übermittelten Wahrscheinlichkeitswerten (Scores):

Unser Unternehmen hat in den vergangenen 12 Monaten unten aufgeführten Scorewert zu Ihrer Person berechnet und übermittelt.

Bei der in oben stehender Tabelle unter Nr. 1 genannten Anfrage wurde ein "Krankenversicherungs-Score IV" 453 übermittelt. Der niedrigste erreichbare Scorewert beträgt 361, der höchste erreichbare Scorewert beträgt 600. Die Erfüllungswahrscheinlichkeitliegt in Ihrem Scoresegment bei 65%. Im Durchschnitt liegt sie bei 83,3%.

In die Berechnung der Scorewerte fließen - in der nachstehenden Reihenfolge und mit absteigender Gewichtung - folgende Daten(arten) ein:

  • Adressbezogene Daten (Bekanntsein des Namens bzw. des Haushalts an der Adresse, Anzahl bekannter Personen im Haushalt (Haushaltsstruktur), Bekanntsein der Adresse)
  • Anschriftendaten (Informationen zu vertragswidrigem Zahlungsverhalten in Ihrem Wohnumfeld (Straße/Haus))
  • Personenbezogene Daten (Ihr Geschlecht, Ihr Alter)

Basisinformationen zum Thema Scoring können Sie dem beigefügten Informationsblatt entnehmen.

 

Ihr aktueller Wahrscheinlichkeitswert (Score):

Zum heutigen Zeitpunkt würden wir folgenden Scorewert zu Ihrer Person ermitteln: 450

Es handelt sich bei dem Scorewert um den "Basis-Score". Der niedrigste erreichbare Scorewert beträgt 275, der höchste erreichbare Scorewert beträgt 641. Die erfüllungswahrscheinlichkeit liegt in Ihrem Scoresegment bei 86%. Im Durchschnitt liegt sie bei 91,5%.

In die Berechnung des Scorewertes fließen - in der nachstehenden Reihenfolge und mit absteigender Gewichtung - folgende Daten(arten) ein:

  • Adressbezogene Daten (Bekanntsein des Namens bzw. des Haushalts an der Adresse, Anzahl bekannter Personen im Haushalt (Haushaltsstruktur), Bekanntsein der Adresse)
  • Anschriftendaten (Informationen zu vertragswidrigem Zahlungsverhalten in Ihrem Wohnumfeld (Straße/Haus))
  • Personenbezogene Daten (Ihr Geschlecht, Ihr Alter)

Basisinformationen zum Thema Scoring können Sie dem beigefügten Informationsblatt entnehmen.

Sehr geehrter Herr A..., wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben behilflich gewesen zu sein und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

infoscore Consumer Data GmbH

Dieses Schreiben wurde automatisch erstellt und ist deshalb nicht unterzeichnet.

Anhand diesen Beispiels wird der Scoreunfug - unsere Meinung dazu ist mit den bisherigen für uns abwegigen Argumenten der Scorebefürworter nicht zu ändern - offenbar: Es geht gar nicht um den Unternehmer und in diesem Fall sein exzellent laufendes Restaurant! Es geht um um sein Wohnumfeld! Welche Negativmerkmale haben diese Menschen, die im Haus und in der Wohngegend des Herrn A... wohnen, eingetragen?! Das nennt man Geoscoring. Gerade aber Geoscoring - so auch die Wikipedia - ist wegen des stark diskriminierenden Charakters im Kreuzfeuer der Kritik. Man interessiert sich überhaupt nicht für die Einkommens- und Vermögensdaten des Unternehmers, sondern erstellt eine Negativszenario aus den vorhandenen Adressdaten! Arvato Infoscore Data GmbH bescheinigt dem Unternehmer eine schlechtere Erfüllungswahrscheinlichkeit als der Durchschnitt, obwohl nur zu einem kleinen Teil der Bevölkerung Negativmerkmale auskunfteitelevant gemeldet sind.  Dieses nicht nachvollziehbare Verhalten diverser Auskunfteinen sahen die Richter in einem vor dem oberlandesgericht Frankfurt verhandelten Fall einer anderen Auskunftei gänzlich anders:

Schlechtes Scoring ohne Negativeintrag

OLG Frankfurt, Urteil vom 07. April 2015 – 24 U 82/14 –, Rn. 21:

„Die von der Beklagten abgegebene äußerst negative Bewertung der Kreditwürdigkeit der Klägerin ist ohne jegliche sachliche Basis. Das gesamte Vorgehen der Beklagten bei der Abgabe ihrer verschiedenen Bewertungen ist von einer verantwortungslosen Oberflächlichkeit geprägt, die das absolute Recht der Klägerin, keine rechtwidrigen Eingriffe in ihren eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb erleiden zu müssen, schwerwiegend verletzt. Das Landgericht erkennt noch richtig diesen Ausgangspunkt in § 823 Abs. 1 BGB, verneint aber zu Unrecht dessen tatbestandsmäßige, rechtwidrige und schuldhafte Verletzung.
[…]
Jeder Logik widersprechend ist das Argument in der Klagerwiderung „Da es rein zahlenmäßig mehr Unternehmen mit einem positiven Zahlungsverhalten gibt als solche mit einem negativen, wird sich ein Unternehmen, über das keine Informationen vorliegen, eher im hinteren Feld wiederfinden“ (vgl. Bl. 40 d. A. unten).  Das Gegenteil ist richtig: Die Ausgangswahrscheinlichkeit spräche dann doch gerade dafür, ein Unternehmen, über das keine Informationen vorliegen, im statistischen Mittel einzuordnen, oder, besser, offen zu sagen, dass man nichts weiß.“  Zu finden unter juris.

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